Institut fächerübergreifenden Studierens und Forschens e.V.
Zur Startseite Publikationen des IfSF Projekt AusländerInnenrecht Projekt Interdisziplinarität Projekt Ost-/Südostasien Projekt Subsistenz


Umweltzerstörung und Umweltpolitik in Südkorea -
Wirtschaftswachstum und seine Folgewirkungen
Byungok Ahn
Schriftenreihe interdisziplinäre Studien zu Ost-/Südostasien, Skript 3, Trier 1996
Hrsg.: Johannes Glembek, Wolf-Dietrich Hutter und Markus Moschell

Zum Bestellen hier klicken!

In den vergangenen zwei bis drei Jahren hat ein oberflächlicher Blick in südkoreanischen Tageszeitungen genügt, um festzustellen, welch breiten Raum ökologische Themen in der öffentlichen Diskussion einnehmen. War Umweltschutz von der südkoreanischen Regierung lange Zeit als Luxus betrachtet worden, den sich die Gesellschaft nicht leisten könne, so ist er inzwischen mehr und mehr zu einem hochsensiblen Bereich der Politik avanciert. Ursachen dafür sind eine massive Verschärfung der Umweltsituation sowie die auf breiter Ebene vorgetragene Kritik an der rein auf Wachstum ausgerichteten Politik des Landes.
Obwohl Druck zur Veränderung staatlicher Politik im Umweltbereich mehr oder weniger Chancen und Möglichkeiten eröffnet, Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren und ein neues Entwicklungskonzept auszuprobieren, erscheint der Einstieg in den ökologischen Strukturwandel immer noch illusorisch.
Berücksichtigt man den Hintergrund der in südkoreanischen Wachstumsstrategien bestehenden Dominanz der ökonomischen Ziele, so muß man feststellen, daß die bisherige südkoreanische Umweltzerstörung sehr eng mit den Besonderheiten der politischen Macht zusammenhängt. Nachdem sich die von den US-Strategen präferierte exportorientierte Wirtschaftspolitik erst mit einem Militärputsch durchgesetzt hatte, war die Nichtbeachtung von Umweltbelangen schon vorprogrammiert, die seit etwa 30 Jahren zu gravierenden, nahezu flächendeckenden Umweltgefährdungen führt.
Seit den sechziger Jahren bis heute, wobei die gegenwärtige politische Herrschaftsform vergleichsweise subtiler ist als damals, hat sich der Zustand der Umwelt immer weiter verschlechtert, entsprechend dem stets vorangetriebenen Wirtschaftswachstum und den damit verbundenen gesellschaftlichen Bedingungen.